Mittwoch, Juli 15, 2009

Dienstag, Juli 14, 2009

Die Matrikel der Estländischen Ritterschaft

Nachdem König Waldemar II. von Dänemark im Sommer 1219 die Landschaften Harrien und Wierland im Norden Estlands erobert hatte, belehnte er seine Vasallen mit dem Land, das sie zu verwalten und gegen äußere Mächte zu verteidigen hatten. Der Liber Census Daniae von 1241 nennt 114 harrisch-wierische Vasallen, von denen der größte Teil aus norddeutschen Landschaften stammte und die sich zur Harrisch-Wierischen Ritterschaft zusammenschlossen.

Im Herbst 1346 verkaufte König Waldemar IV. sein „Herzogtum Estland“ dem Deutschen Orden, der über die südestnische Landschaft Jerwen bereits gebot. Dagegen gehörte die westestnische Landschaft Wiek zum Bistum Oesel. Nach dem Zusammen­bruch der Herrschaft des Deutschen Ordens unterwarfen sich im Sommer 1561 die Harrisch-Wierische Ritterschaft und die Ordensvasallen in Jerwen dem König Erik XIV. von Schweden, der ihre Privilegien bestätigte. Im Sommer 1584 folgte die Wiek, als König Johann III. die vier Landschaften Harrien, Wierland, Jerwen und Wiek in einem Fürstentum zusammenschloß. Seitdem besteht die Estländische Ritterschaft als Einheit.

Ursprünglich gehörte jeder mit einem Rittergut Belehnte zur Ritterschaft. Als jedoch die schwedischen Könige damit begannen, nichtadeligen Söldnerführern Güter in Estland zu geben, und als auch Revaler und Narwaer Bürger ihr Vermögen in Rittergütern anlegten, erwuchs der Ritterschaft die Notwendigkeit, sich von diesen abzugrenzen und eine Matrikel zu schaffen. In Kurland bestand eine solche seit 1620 und in Schweden seit 1625. Die 1648 erwirkte Erlaubnis der Königin Christina zur Anlegung einer Matrikel der Estländischen Ritterschaft wurde jedoch nicht umgesetzt, nachdem die Königin und ihre Nachfolger die meisten jener Söldnerführer und Bürger in den Adelsstand erhoben.

Erst als Peter der Große nach der Eroberung Estlands 1710 die bisherigen Privilegien der Estländischen Ritterschaft bestätigt hatte, wurde erneut die Schaffung einer Matrikel betrieben. Die Vorarbeiten begannen im Januar 1729, die Eintragungen erfolgten ab 1745, und insgesamt wurden seitdem 308 Geschlechter immatrikuliert. Davon bestehen die folgenden 179 noch:

Geschlechtsregister

1. Aderkas
2. Adlerberg
3. Åkerman
4. Albedyll
5. Anrep
6. Antropoff
7. Arnold
8. Arpshofen
9. Arronet
10. Baer v.Huthorn
11. Baggehufwudt
12. Baranoff
13. Barclay de Tolly-Weymarn
14. Barlöwen
15. Baumgarten
16. Behr
17. Bellingshausen
18. Below
19. Benckendorff
20. Berends
21. Berg a.d.H. Kandel
22. Berg a.d.H. Kattentack
23. Bielsky
24. Bistram
25. Bock a.d.H. Lachmes
26. Bock a.d.H. Suddenbach
27. Bodisco
28. Brandt
29. Brasch
30. Bremen
31. Brevern
32. Broel gen.Plater
33. Broemsen
34. Bruemmer
35. Budberg
36. Bunge
37. Buxhoeveden
38. Clapier de Colongue
39. Clodt v.Jürgensburg
40. Cube
41. Dehn
42. Dellingshausen
43. Delwig
44. Derfelden
45. Ditmar
46. Drenteln
47. Dücker
48. Engelhardt
49. Essen
50. Fersen
51. Fock
52. Friederici
53. Gernet
54. Gersdorff
55. Girard de Soucanton
56. Glasenapp
57. Gortschakow
58. Grabbe
59. Gruenewaldt
60. Güldenstubbe
61. Hagemeister
62. Hagmann
63. Hahn
64. Handtwig
65. Harpe
66. Hastfer
67. Helffreich
68. Heyden
69. Hirschheydt
70. Hoerschelmann
71. Howen
72. Hoyningen gen.Huene
73. Hueck
74. Hunnius
75. Igelstroem
76. Kaulbars
77. Keller
78. Keyserling
79. Klopmann
80. Knorring
81. Korff
82. Koskull
83. Kotzebue
84. Krause
85. Kruedener
86. Krusenstiern
87. Kügelgen
88. Kursell
89. Lilienfeld
90. Lode
91. Löwenstern
92. Löwis of Menar
93. Lohmann
94. Lueder
95. Lüders-Weymarn
96. Lütke
97. Manderstjerna
98. Manteuffel
99. Maydell
100. Mellin
101. Meyendorff
102. Mickwitz
103. Mohrenschildt
104. zur Mühlen
105. Mühlendahl
106. Nasackin
107. Neff
108. Nieroth
109. Nolcken
110. Nottbeck
111. Osten gen.Sacken
112. Pahlen
113. Patkul
114. Peetz
115. Pilar v.Pilchau
116. Pistohlkors
117. Ramm
118. Rausch v.Traubenberg
119. Rehbinder
120. Rehekampff
121. Rehren
122. Rennenkampff
123. Renteln
124. Reutern
125. Ribeaupierre
126. Richter
127. Roenne
128. Rosen (rote)
129. Roten (weiße)
130. Rosenbach
131. Ruckteschell
132. Saltza
133. Samson-Himmelstjerna
134. Scharenberg
135. Schilling
136. Schlippenbach
137. Schonert
138. Schubert
139. Schulmann
140. Seidlitz a.d.H. Söttküll
141. Seidlitz a.d.H. Waetz
142. Sievers
143. Simolin
144. Sivers
145. Staal
146. Stackelberg
147. Stael v.Holstein
148. Steinheil
149. Stenbock
150. Stjernhjelm
151. Straelborn
152. Strandmann
153. Stromberg
154. Stryk
155. Taube
156. Tideböhl
157. Tiesenhausen
158. Toll
159. Totleben
160. la Trobe
161. Uexküll
162. Ulrich
163. Ungern-Sternberg
164. Veh
165. Vietinghoff
166. Wachtmeister
167. Wahl
168. Weiß
169. Wendrich
170. Wetter-Rosenthal
171. Weymarn
172. Wistinghausen
173. Wolff
174. Wolffeldt
175. Wolkonski
176. Wrangell
177. Wrede
178. Zoege v.Manteuffel
179. Zubow

Im Geschlechtsregister wird jeder ehelich geborene Nachkomme des adeligen Vaters und sein Ehepartner, d.h. nicht jedoch Namensträger durch Adoption oder andere juristische Übertragungsformen, mit folgenden Daten geführt:

Name, Vornamen Geburtsort und -datum Konfession (wenn nicht evangelisch) Beruf, akad. Titel, Dienststellung bzw. Dienstgrad oder -bezeichnung Ort und Datum der Eheschließung ggf. Ort und Datum der Scheidung ggf. Sterbeort und -datum.

Bei eingeheirateten Ehefrauen zusätzlich: Vorname und Beruf des Vaters, Vorname und Geburtsname der Mutter.

Der Genealoge betont ausdrücklich, daß diese Art der Aufzeichnung das heute geltende öffentliche Namensrecht nicht berührt, vielmehr lediglich die Zugehörigkeit zum historischen Adel auf privatrechtlicher Grundlage nach adelsrechtlichen Gesichtspunkten in genealogischer Form feststellt.

Um jeweils ein vollständiges und aktuelles genealogisches Bild einer Familie zu haben, ist die Übermittlung aller oben angeführten personenbezogenen Daten an den Ritterschaftsgenealogen erforderlich. Dies erleichtert die vorbereitenden Arbeiten zur Veröffentlichung im GHdA erheblich.

Deshalb ergeht hier die herzliche Bitte:

Teilen Sie dem Genealogen alle oben angeführten familiären Angaben mit und übersenden Sie ihm stets ein Exemplar Ihrer gedruckten Familienanzeigen - besser noch eine Kopie der entsprechenden Urkunde. Darüber hinaus sind für das Archiv des Ritterschaftsgenealogen Mitteilungsblätter der Familienverbände, im Druck erschienene Familiengeschichten sowie Stamm- und Ahnentafeln unentbehrlich.

Mehr HIER

© 2009 v. Lueder

Baltische Ritterschaft

Unsere Geschichte:

Die Estländische Ritterschaft blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist die älteste der vier baltischen Ritterschaften von Estland, Livland, Kurland und Oesel. Hervorgegangen aus einem 1252 erstmals urkundlich erwähnten Zusammenschluß überwiegend deutscher Vasallen in dem bis 1346 dänischen Nordestland (Harrien/estnisch Harju und Wierland/Virumaa), hat sie sich in einem längeren Prozeß, der im wesentlichen mit dem Ende der Herrschaft des Deutschen Ordens (1561) abgeschlossen war, von der ursprünglichen Interessengemeinschaft zu einem das ganze Land (mit Ausnahme der Städte) einschließlich seiner bäuerlichen estnischen Bevölkerung repräsentierenden politischen Stand entwickelt.

Sie nahm auch unter schwedischer (seit 1561) und russischer (seit 1710) Oberherrschaft auf der Basis der bei jedem Wechsel des Souveräns erfolgten Bestätigung der Landesprivilegien öffentlich-rechtliche Selbstverwaltungsaufgaben wahr. Diese sahen eine weitgehende Autonomie sowohl bei der Verwaltung des flachen Landes als auch der Rechtssprechung über dessen deutsche und estnische Bevölkerung vor und garantierten die Ausübung der evangelisch-lutherischen Religion Augsburger Konfession sowie des Deutschen als Behördensprache. Die Besitzer von Rittergütern waren zu diesem ehrenamtlichen „Landesdienst“ verpflichtet; durch alle drei Jahre stattfindende Wahlen wurden die verschiedenen Landesämter besetzt.

Der Zusammenbruch der beiden Kaiserreiche Rußland (1917) und Deutschland (1918) schuf im baltischen Raum die Voraussetzung für die Entstehung neuer Nationalstaaten. Diese Gelegenheit nutzten auch die Esten und riefen am 24. Februar 1918 die Republik Estland aus, in der die Deutschen nur noch eine kleine nationale Minderheit und nicht mehr wie bisher die Oberschicht darstellten, löste die Ritterschaft als öffentlich-rechtliche Institution auf und enteignete die Rittergüter

Die jetzt nur noch als privatrechtliche Vereinigung unter der Bezeichnung Estländischer Gemeinnütziger Verband weiterbestehende Ritterschaft konnte auf eine bemerkenswerte historische Leistung zurückblicken: Zusammen mit dem städtischen Deutschtum hatte sie Estland im Laufe der Jahrhunderte wesentlich geprägt und ihm den unverwechselbaren Charakter eines zum westeuropäischen Kulturkreis gehörenden Landes gegeben. Dies wird heute, nachdem das 1940 von der Sowjetunion annektierte Estland im Jahre 1991 seine staatliche Unabhängigkeit wiedererlangt hat, auch dort uneingeschränkt anerkannt.

Die Angehörigen der Ritterschaft wurden wie die übrigen Deutschen in Estland, sofern sie nicht bereits nach 1918 das Land verlassen hatten (und sich in Deutschland im Verband Angehöriger des Estländischen Stammadels wieder organisiert hatten), 1939/40 als eine direkte Folge des Hitler-Stalin-Pakts in das von Deutschland besetzte Polen (Warthegau) umgesiedelt. Sie verloren damals unwiederbringlich ihre Heimat, in der die meisten Familien viele Jahrhunderte lang verwurzelt waren – als „erste Opfer“ des Hitler-Stalin-Pakts, wie der estnische Staatspräsident Lennart Meri einmal treffend bemerkte. In der Zwischenkriegszeit hatten die meisten von ihnen unter bescheidenen materiellen Verhältnissen als estnische Staatsangehörige in der angestammten Heimat ausgeharrt, wo ihnen die Republik Estland durch eine international als vorbildlich anerkannte Minderheitengesetzgebung eine weitgehende Kulturautonomie einräumte (1925).

Seit Kriegsende lebt die Mehrzahl der Angehörigen der Ritterschaft in Deutschland, wo heute die Estländische Ritterschaft in den Verband der Baltischen Ritterschaften integriert ist (in den schweren Nachkriegszeiten sind zahlreiche Mitglieder aller vier Ritterschaften vor allem nach Kanada und Schweden ausgewandert, wo sie eigene Bezirksgruppen gegründet haben).

Unser Selbstverständnis heute:

Aufgrund einer langen gemeinsamen Geschichte begreifen sich die Mitglieder der Estländischen Ritterschaft heute als Angehörige einer Gemeinschaft mit verbindenden Wertvorstellungen. Häufig wechselnde politische Situationen und der Zwang zu deren Bewältigung haben die Menschen in den ritterschaftlichen Familien im Laufe der Jahrhunderte geprägt. Sie förderten einen verantwortlichen Umgang mit der Macht und schärften den Sinn für politische Zusammenhänge. Eine Erziehung durch Vorbilder, aus einem Bewußtsein, dem Allgemeinwohl mehr verpflichtet zu sein als dem eigenen Wohlergehen, ließen Solidarität, Verantwortungsbewußtsein, Zivilcourage, Liebe zum Land und seiner Natur zum Maßstab der Persönlichkeitsbildung werden.

Die uneingeschränkt weiter geltende Substanz dieser Wertvorstellungen unserer Vorfahren sollte Richtschnur und Mut zu selbständigem, verantwortlichen Handeln für sich und andere sein. Deshalb sollten Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit, ein ausgeprägtes Ehrgefühl und Gerechtigkeitssinn die Mitglieder unserer Ritterschaft leiten.

In einer sich ständig wandelnden Welt müssen sich die Ritterschaften auch in ihrer heutigen Form wie zu Zeiten der Vorfahren neuen Entwicklungen anpassen, um den Anforderungen der Gegenwart gerecht werden zu können und ihr Fortbestehen zu sichern:

- Anders als früher in Estland leben ihre Mitglieder über größere Räume verstreut und nur im lockeren Kontakt zueinander, wenn sie sich untereinander überhaupt noch persönlich kennen. Das stärkt die Bedeutung der einzelnen Familien als Basis der Ritterschaft, die nach Wegfall öffentlich-rechtlicher Funktionen die Summe der in ihrer Matrikel verzeichneten einzelnen Geschlechter ist (vgl. „Genealogie“).

- Ein weiteres wichtiges Moment eines den Realitäten unserer Zeit gerecht werdenden Selbstverständnisses ist der Wiedereintritt des Landes, in dem die Estländische Ritterschaft entstanden und wo sich der ganz überwiegende Teil ihrer 750jährigen Geschichte abgespielt hat, in die freie Welt: Seitdem es wieder eine unabhängige Republik Estland (1991) gibt, ist eine Estländische Ritterschaft ohne einen lebendigen Bezug zum heutigen Estland unvorstellbar. Dem hat sie bereits frühzeitig bei ihren Aktivitäten Rechnung getragen. Das gilt gleichermaßen für einzelne Persönlichkeiten aus ihren Reihen und insbesondere viele ihrer Familien u.a. durch gemeinsame Reisen, Familientage, Pflege alter Gräber und humanitäre Hilfe.

Auf estnischer Seite fand dies von Anfang an nicht nur viel Resonanz, sondern es wurde von dort aus auch auf uns zugegangen. Weit über deutschbaltische Kreise hinaus hat die Rede Beachtung gefunden, die der estnische Staatspräsident Lennart Meri am 5. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1995 in Berlin gehalten und in der er ausdrücklich das Recht auf Heimat der Deutschen aus Estland anerkannt hat. Die Feierstunde zum 750jährigen Jubiläum der Estländischen Ritterschaft am 7. September 2002 im historischen Ritterhaus in Reval/Tallinn war ein Höhepunkt, bei dem an die gemeinsame Geschichte und das verbindende kulturelle Erbe der Estländischen Ritterschaft und der Esten angeknüpft wurde. Dabei sprach das gegenwärtige Staatsoberhaupt von Estland, Arnold Rüütel, in seinem Grußwort davon, die Bilanz der Estländischen Ritterschaft bestehe in den Augen der Esten darin, daß Estland ein Bestandteil der westlichen Zivilisation wurde und die Estländische Ritterschaft als ein Taufpate von Estland angesehen werden könne.

Drei schreitende blaue Leoparden zieren das Wappen der Republik Estland. Es ist dasselbe Wappen, das die Estländische Ritterschaft seit der dänischen Zeit im 13. Jahrhundert führt. Das Verbindende einer langen gemeinsamen Geschichte findet auf diese Weise selbst im modernen estnischen Staatswappen seinen Ausdruck.
Unsere Aufgaben heute:

1. Wir pflegen die Gemeinschaft durch Begegnungen vielfältiger Art: Jugendfreizeiten und -fahrten, historische Seminare, Familienwochenenden, regionale Treffen, das jährliche Estländertreffen zum Verbandstag der Baltischen Ritterschaften. Sie dienen dem Gedankenaustausch und der geistigen Orientierung, der Einübung von Verhaltensweisen und der Übernahme von praktischen Pflichten.

2. Wir fühlen uns mit Estland auch heute verbunden als Land unserer Vorfahren und des estnischen Volkes, mit dem wir eine gemeinsame Geschichte haben. Wir suchen den Dialog und unterstützen durch Engagement auf sehr unterschiedlichen Ebenen die Entwicklung der baltischen Staaten.

3. Wir pflegen das Bewußtsein unserer Geschichte und fördern ihre kritische Erforschung sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse.

4. Wir tragen durch Initiativen und Spenden dazu bei, kulturgeschichtliche Denkmäler in Estland zu erhalten. Wir sehen es als eine Ehrenpflicht an, daß jede Familie die Gräber ihrer Vorfahren pflegt.

5. Wir führen die Genealogien aller Familien, die in der Matrikel der Estländischen Ritterschaft stehen, durch einen Ritterschaftsgenealogen fort. Dies soll der Erhaltung der Zusammengehörigkeit dienen und deutlich machen, daß jeder von uns Glied in einer langen Kette ist - ganz im Sinne des Soester Sonetts des aus Estland stammenden Dichters Otto Freiherrn v. Taube (1879-1973):

Soester Sonett
Otto Freiherr von Taube

Ich bin nicht ich, bin mehr als alle wähnen
Bin meiner Väter, meiner Ahnen Blut,
Ich habe ihre Liebe, ihre Wut
In mir, ihr Werk und Wesen und ihr Sehnen;
Hab ihre Mühen in mir, ihre Tränen
Und ihre Lust, ihr Lachen, ihren Mut,
Hab ihr Versagen in mir, ihre Glut:
Ich bin nur das, was einstmals war in jenen,
Das bin ich. Weder weniger, noch mehr.
Unschätzbar Gut ward so mir mitgegeben.
Wie ich's verwalte, das allein ist mein:
Gott schütz mich, dessen nicht mehr wert zu sein!
Und helfe mir in meinem kurzen Leben,
Daß ich's verwalte nach Gebühr und Ehr.

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von Maria Baronin Taube

Mehr auf http://www.baltische-ritterschaften.de/

© 2009 v. Lueder
Kohila mõisat (saksa k Koil) on esimest korda mainitud 1438. 16.-18. sajandil kuulus mõis von Wrangellide perekonnale, alates 1771. aastast kuni 1906. aastani aga von Brevernite aadlisuguvõsale, kes ehitasid mõisakompleksi ka esinduslikumalt välja. Hiljem kuulus mõis Kohila Paberivabrikule.

For more information please visit http://www.mois.ee/harju/kohila.shtml

Dienstag, November 15, 2005

Rolf von Lueder

RISSENER EINBLICKE - Hamburger Zeitschrift für Politik und Wirtschaft
Februar/März 2003

Diese Ausgabe der RISSENER EINBLICKE ist der Krise im Irak und den Folgen für die transatlantischen Beziehungen gewidmet. August Pradetto untersucht die Gründe für den Schritt der USA, sich im November 2002 auf eine UNO-Resolution zum Irak einzulassen. Peter Robejsek setzt sich mit dem Aufeinandertreffen universeller Moralprinzipien und realer politischer Interessen im Irak auseinander. Friederich Mielke analysiert die Medienberichterstattung zum Irak auf anitamerikanische Klischees. Einen umfassenden Blick auf kommende sicherheitspolitische Herausforderungen wirft Bernd Papenkort in seinem Beitrag. Auch wenn er Kooperation für das Gebot der Stunde hält, sieht er doch eine "Rückkehr zur Machtpolitik alten Stils." Für die Zukunft der transatlantischen Beziehungen sieht Wilfried Gerhard trotz der gegenwärtigen Zerrüttungen die Möglichkeit zu einer Arbeitsteilung: Die USA übernehmen das militärische Interventionsgeschäft, Europa dagegen die Krisenprävention und das Peacebuilding. Die geopolitischen und geoökonomischen Interessen Russlands in der gegenwärtigen Auseinandersetzung nimmt Rolf von Lueder unter die Lupe. Ergänzt wird diese Nummer durch eine strategische Analyse der Bundestagswahl vom September 2002 durch Elmar Wiesendahl. MEHR INFO

Mehr dazu unter http://www.editiononline.de/index.html

Ben von Lueder

http://www.ureader.de/message/1618209.aspx

Fr einfache Fahrten hlt die DB abgesehen von den Jahreszeiten-Specials
(also ab 01.11 wieder) nichts vor, traurig aber wahr. Ich wrde daher
bei www.mitfahrzentrale.de mal Kontakt mit demjenigen aufnehmen, der am
02.11 Bonn-Dresden fr 20 anbietet. Habe mit der Seite und den
Angeboten dort bisher nur gute Erfahrungen gemacht, bei einfachen
Fahrten ist das meist eine erwgenswerte Alternative.

Gru

Ben von Lueder
Date:Fri, 28 Oct 2005 00:30:40 +0200 Author:

Heinz von Lüder II

Dynastie, Territorium und protestantische Heilsgeschichte: Landgraf Philipp der Großmütigen von Hessen, Heinz von Lüder und der Ziegenhainer Bilderzyklus von 1542, in: Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen und seine Residenz Kassel, Vorträge des interdisziplinären Symposiums der Universität Kassel zum 500. Geburtstag Landgraf Philipps des Großmütigen von Hessen, Kassel, 17.-18. Juni 2004, hg. von Berthold Hinz, Christine Vanja und Heide Wunder (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 24,2), Marburg 2004, S. 265-294

Mehr dazu unter http://www.kunsthochschule-kassel.de/dozenten/publ_wolter.html

Adelsvapen - Baltisches Wappencd: Graf Lacy - von Müller

von Lueder van Lüder von Lysander Graf Lütke Löschern von Herzfeld Baron Löwenwolde
Graf Löwenwolde Baron Malama Baron Maltitz von Manderstierna von Maneken ...

Mehr dazu unter http://www.adelsvapen.com/demo/baltisches-wappenbuch/index-5.html

Heinz von Lüder

Als markante Persönlichkeit suchte Landgraf Philipp oft unkonventionelle Lösungswege. Überraschend fiel beispielsweise die vom Kaiser befohlene "Bestrafung" aus, die Philipp an seinem treuen Festungs-Kommandanten Heinz von Lüder ausführte.


Mehr dazu unter http://www.philipp-von-hessen.de/index.htm?http://www.philipp-von-hessen.de/01bibliothek/

BALTISCHES WAPPENBUCH

Carl Arvid von Klingspor
BALTISCHES WAPPENBUCH.
Wappen sämmtlicher den Ritterschaften von Livland, Estland, Kurland und Oesel zugehörigen Adelsgeschlechter
,
Stockholm 1882.

Na stronie www.adelsvapen.com znajduje się informacja o przeniesionym na CD herbarzu Baltisches Wappenbuch.
Herbarz ten zawiera 798 herbów szlachty Inflant, Kurlandii, Estonii i Ozylii.
Więcej informacji o wydawnictwie na stronach:
www.adelsvapen.com/order/en-baltindex.html
przykłady: www.adelsvapen.com/demo/baltisches-wappenbuch/_798.htm
Pozwoliłem sobie zacytować poniżej indeks nazwisk z herbarza umieszczony na stronie: www.adelsvapen.com/demo/baltisches-wappenbuch

L

Graf Lacy; von Lagerstierna; Graf Lambert; von Landsberg; von Lantingshausen; von Laudon; von der Launitz; von Lauw; Baron le Fort; von Ledebuer; von Lepkowsky; von Leps; von Lescken; Graf Lewaschew; Baron Lieven; Graf Lieven; Graf Lieven; Fürst Lieven; von Lilienfeld; von Linden; von Lingen; von Linten, und von Rechenberg gennant Linten; von Liphart; von Lode; von Loebel gennant Leubel; von Loewe oder Löwen; Graf Loewendahl; von Loewenstern; von Loewis of Menar; von Lohausen gennant Solderbach von Lohmann; Baron Loudon; von Luce; Baron Ludewig oder Ludwig; Baron Ludinghausen gennant Wolff; von Lueder; van Lüder; von Lysander; Graf Lütke; Löschern von Herzfeld; Baron Löwenwolde; Graf Löwenwolde;

Heinz von Lüder

Landgraf Philipp der Grossmütige

Language: GERMAN

"O wehe, Heinz von Lüder, wie ist um dich mir leid!
Du hast die Stadt verteidigt so tapfer lange Zeit!
Nun soll, bei Kaisers Bann,
sich selbst zu retten,
dich, seinen treu'sten Mann,
der Landgraf hängen in Ketten!
O Ziegenhain, unselige Stadt,
wo echte Treu solch Ende hat!"

Des Kaisers Abgesandter ruft: "Hier hängt ihn an das Tor!"
Da führt der Landgraf selber den edlen Helden vor:
"Wohlan, aus Kaisers Bann
mich selbst zu retten,
will ich den treu'sten Mann
nun hängen hier in Ketten.
Doch weil er mir treu war und hold,
nehm' ich die Ketten von lautrem Gold!"

Des Kaisers Abgesandter wend't nichts dagegen ein,
der Landgraf schlingt um Lüder nun Kett' und Edelstein,
hängt ihn nur wenig an
mit solchen Ketten,
und spricht: "Aus Kaisers Bann,
genüg' es, mich zu retten!"
und löset ihn ohn' allen Schmerz:
"Komm, treuer Lüder, an mein Herz!"

Des Kaisers Abgesandter meint: "Das genüget nicht!"
Der Landgraf aber, Tränen und Zorn im Auge, spricht:
"Wollt Ihr des Kaisers Wort
anders auslegen,
so meidet diesen Ort!
Ihr seid allzu verwegen!
Der Kaiser prüft mich, seinen Mann,
ob echte Treu ich ehren kann!"

Authorship

Art songs / Lieder, choral pieces, and other vocal works set to this text, listed by composer (not necessarily exhaustive)

Mehr dazu unter http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=9509


Hofrat Baron von Lüder

Am Ludwigsplatz 14
Erbaut 1765/67 als Wohnhaus für den Hofrat Baron von Lüder nach Entwurf von F.J. Stengel. 1944 bis auf die Umfassungsmauern zerstört, um 1955 im Äußeren in alter Form, innen verändert als Verwaltungsgebäude der Staatskanzlei wiederaufgebaut. Siehe auch Ensemble Wilhelm-Heinrich-Straße/Ludwigsplatz.

Mehr dazu unter http://www.staatskanzlei.saarland.de/index_4650.htm

Heinz von Lüder

Landgraf Philipp von Hessen mußte eine Zeitlang bei dem Kaiser gefangen sitzen; mittlerweile überschwemmte das Kriegsvolk seine Länder und schleifte ihm alle Festungen, ausgenommen Ziegenhain. Darin lag Heinz von Lüder, hielt seinem Herrn rechte Treue und wollte die Feste um keinen Preis übergeben, sondern lieber sich tapfer wehren. Als nun endlich der Landgraf ledig wurde, sollte er auf des Kaisers Geheiß, sobald er nach Hessen zurückkehren würde, diesen hartnäckigen Heinz von Lüder unter dem Ziegenhainer Tore in Ketten aufhängen lassen, und zu dem Ende wurde ein kaiserlicher Abgeordneter als Augenzeuge mitgegeben. Philipp, nachdem er zu Ziegenhain eingetroffen, versammelte den Hof, die Ritterschaft und des Kaisers Gesandten. Da nahm er eine güldene Kette, ließ seinen Obersten daran an einer Wand, ohne ihm wehe zu tun, aufhängen, gleich wieder abnehmen und verehrte ihm die goldene Kette unter großen Lobsprüchen seiner Tapferkeit. Der kaiserliche Abgeordnete machte Einwendungen, aber der Landgraf erklärte standhaft, daß er sein Wort, ihn aufhängen zu lassen, streng gehalten und es nie anders gemeint habe. - Das kostbare Kleinod ist bei dem Lüderschen Geschlecht in Ehren aufbewahrt worden und jetzt, nach Erlöschung des Mannsstammes, an das adlige Haus Schenk zu Wilmerode gekommen.


Mehr dazu unter http://gutenberg.spiegel.de/grimm/sagen/g570.htm

Martin v. Lueder

Martin von Lueder, President von Tecan Europe, kommentierte: "Die weitreichende Erfahrung von Tecan im Bereich der Automatisierung zahlreicher Genomikanwendungen, die unter anderem in der Kriminaltechnik eingesetzt werden, war entscheidend dafür, dass wir das Projekt für uns gewinnen konnten. Unsere Lösung hebt sich deutlich von den Vorschlägen der Konkurrenz ab, da wir unsere Fähigkeit, leistungsfähige Kundenlösungen zu entwickeln und zu implementieren, unter Beweis gestellt haben und zudem über weitreichende Kompetenz im Kunden-Support und bei umfassenden Automatisierungsprojekten verfügen." Von Lueder fügte hinzu: "Das südafrikanische Projekt zählt zu den ersten landesweiten Gen-Datenbanken ausserhalb des akademischen Bereiches."

Mehr dazu unter http://www.tecan.com/platform/content/element/1118/Tecan_PressRelease_SouthAfrica_070404_g.pdf

Wiegand IV. VON LUEDER

Wiegand IV. VON LUEDER

____ - ____

OCCUPATION: Zentgraf
Fulda, Hessen [2095]
Father: Wiegand III. VON LUEDER

Family 1 :
  1. + VON LUEDER

                            __
_Wiegand III. VON LUEDER _|
| |__
|
|--Wiegand IV. VON LUEDER
|
| __
|__________________________|
|__

Welf-Thure von Lueder


Maschinenbau Meister
Lead Machinest


Welf-Thure von Lueder

Zimmer / Room

+49 (0) 511 762 3891

lueder@ifs.uni-hannover.de

Arbeitsgebiet / Activities

mehr dazu unter http://www.ifs.uni-hannover.de/Mitarbeiter/vl/von_lueder.html

GENEAL-FORUM

Verbreitung des Familiennamen Lueder. Mehr Informationen dazu gibt es unter http://www.geneal-forum.com/karten/lueder/index.html

Montag, November 14, 2005

Freitag, November 11, 2005

Freitag, April 29, 2005

Genealogie

Genealogie (altgriech.: γενεαλογια, die Geschlechterkunde), auch Familienforschung, volkstümlich auch Ahnenforschung ist eine so genannte historische Hilfswissenschaft und befasst sich mit der Abstammung eines Lebewesens von anderen Lebewesen. Der Begriff bezieht sich in erster Linie auf Menschen. In der Tierzuchte spricht man von Abstammungsbewertung. Personen, die sich mit der auf Menschen bezogenen Genealogie befassen, bezeichnet man als Genealogen oder Familienforscher.

Im übertragenen Sinne spricht man auch von Genealogie als einer historischen Methode, die sich auf verschiedenste Gegebenheiten der Gegenwart (z.B. Moral, Psychiatrie, sexuelle Orientierung) konzentriert und deren historische Genese erforscht und analysiert. Diese metaphorische Verwedung des Ausdrucks ist von besonderer Wichtigkeit in den Schriften von Friedrich Nietzsche ("Genealogie der Moral") und Michel Foucault (Genealogie verstanden als "Geschichte der Gegenwart").

Inhaltsverzeichnis

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1 Gegenstand der Genealogie
2 Darstellung der Ergebnisse
3 Forschungsmethoden
4 Spezielle Fragestellungen
5 Geschichte
6 Organisationsformen
7 Quellen
8 Archive
9 Wissenschaftliche Arbeitsweise und Bedeutung
10 Genealogie und Genetik
11 Heimatgeschichte und Genealogie
12 Sicherstellung genealogischer Ergebnisse
13 Bedeutende Genealogen
14 Literatur
15 Siehe auch
16 Weblinks
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Gegenstand der Genealogie

In der Genealogie erforscht man, von einer bestimmten Person als Proband ausgehend, die Abstammung in aufsteigender Linie und damit die Vorfahren beziehungsweise Ahnen (daher die volkstümliche Bezeichnung Ahnenforschung) einer Person oder in absteigender Linie deren Nachkommen. Personen, die genealogisch miteinander verknüpft sind, gehören zu einer Verwandtschaft. Sobald die Beschreibung der Zusammenhänge über die biologischen Tatsachen hinausgeht, wird auch der Begriff Familiengeschichtsforschung gebraucht.
Ein selbständiges Wissensgebiet ist für Familienforscher die Namenforschung, die die Herkunft, Verbreitung und Bedeutung von Familiennamen untersucht.
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Darstellung der Ergebnisse

Die Forschungsergebnisse werden in genealogischen Tafeln dargestellt, die sowohl mit aufsteigenden (Aszendenz, Vorfahren) als auch absteigender (Deszendenz, Nachfahren) Inhalten auftreten. Bei beiden Richtungen ist sowohl die Form einer Tabelle als auch die einer Liste möglich.

Bei der aufsteigenden Linie spricht man von Ahnentafeln oder Ahnenlisten, bei der absteigenden von Nachkommentafel oder Nachkommenliste. Werden nur die Nachkommen einer Person erfasst, die den gleichen Familiennamen tragen oder einmal trugen bzw. mit diesen Personen verheiratet waren (wobei ein stringentes Durchalten dieser Regel, zum Beispiel aufgrund von Namensänderungen, Adoption, ausländischem Namensrecht und anderem, nicht immer möglich ist), so handelt sich um eine Stammtafel beziehungsweise Stammliste. In Nachschlagewerken ist der Familienname Sortierkriterium und somit die Stammtafel bzw. Stammliste die natürliche Darstellungsform, ebenso in Familiengeschichten. In Monographien, die eine bestimmte Person und deren Nachkommen behandeln, herrschen Nachkommentafeln und -listen vor.

Ob bei der Darstellung genealogischer Ergebnisse die Tabellen- oder Listenform gewählt wird, hängt unter anderem davon ab, wie umfangreich das Datenmaterial ist und wie übersichtlich es dargestellt werden soll. Grundsätzlich gilt, je mehr Generationen darzustellen sind, um so eher bietet sich die Listenform an.

Über die Darstellung alleine der Vorfahren oder Nachkommen hinaus kennt man
Konsanguinitätstafeln und Konsanguinitätslisten (auch Verwandtschafts- oder Sippschaftstafeln genannt), in denen von einem Probanden ausgehend alle Blutsverwandten dargestellt werden, sowohl in aufsteigender, als auch absteigender Folge, mit in der Folge verstärkten Problemen mit der Darstellung, sowie Affinitätstafeln und Affinitätslisten, die über die Blutsverwandtschaft hinausgehend auch angeheiratete Personen und deren Familien in die Darstellung aufnehmen.
Die verwandtschaftlichen Zusammenhänge der Einwohner eines Ortes werden in einem Ortsfamilienbuch dargestellt, nur auf die Hausbesitzer beschränkt in einem Häuserbuch.
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Forschungsmethoden

Das Interesse an der Genealogie erwacht meist an der eigenen Familie. Man beginnt mit Fragen an Eltern, Großeltern und Verwandte nach familiären Zusammenhängen und der Herkunft der Vorfahren. Familienbücher, Familienfotos und ein möglicherweise noch vorhandener Ahnenpass liefern weitere Informationen. Diese Fotos, urkundliche Belege und Dokumente sowie die Biografien bzw. Lebensbilder der Großeltern, Urgroßeltern und weiterer Verwandter sind der Grundstock für eine Familienchronik.

Die weitere Forschung erfordert allerdings die Beschäftigung mit den Quellen. Hierzu benötigt man Fachwissen, das man nicht studieren kann und das sich jeder Genealoge im Laufe seiner Forschungstätigkeit aneignet.

Die Forschung an älteren Quellen wie den Kirchenbüchern erfordert die Fähigkeit des Lesens alter Schriften (siehe Paläografie). Veränderlichkeit der Familiennamen und ein ausgedehnter Heiratskreis der zu erforschenden Personen sind zu berücksichtigen. Die Forschung gelangt bisweilen an den sogenannten Toten Punkt, den es zu überwinden gilt. Mit der Verdopplung der Zahl der Vorfahren in jeder Generation weitet sich das Bild von der persönlichen Ahnenschaft aus zu Themen wie Heimatgeschichte, Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Bevölkerungsgeschichte ganzer Orte (siehe Ortsfamilienbuch) oder Regionen.

Anstatt der eigenen kann man auch die Vorfahren und Nachkommen von historischen Persönlichkeiten oder von herausragenden Vertretern bestimmter Berufsgruppen (siehe Gelehrtenfamilien) erforschen. In einem reiferen Stadium kommt der Forscher zu einer immer größeren Genauigkeit und Detailliertheit bei der Erfassung der Daten. Beispielsweise kann man die Geschwister der Vorfahren einbeziehen, ihre Ehepartner, ihre Kinder und die soziale Stellung ihrer jeweiligen Schwiegereltern, wodurch wissenschaftliche Sekundäranalysen der Daten sinnvoll und besonders aussagekräftig werden.

Das Grundproblem einer weitgehend von Laienforschern betriebenen Datenerhebung und -darstellung in der Genealogie besteht darin, die Forscher so weit zu qualifizieren und zu motivieren, dass die erhobenen Daten den Kriterien der Qualität und Wissenschaftlichkeit gerecht werden und als Teil eines größeren Ganzen gesehen werden.
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Spezielle Fragestellungen

Erforschung bestimmter Berufsgruppen (z.B. Gelehrte, Pfarrer, Glasmacher, Müller, Scharfrichter)

Vollständige Erfassung der Bevölkerung eines Ortes in einem Ortsfamilienbuch
Wirte- und Höfeforschung (Inhaber von Gast- bzw. Bauernhöfen)
Auswandererforschung
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Geschichte

"Genealogie gab es eher unter den Menschen als Historie", sagte bereits der Historiker Johann Christoph Gatterer (1727-1799), der 1788 einen "Abriß der Genealogie" veröffentlichte. In den alten Hochkulturen war die Genealogie der Helden und Könige die Form der Geschichtschronologie schlechthin (man denke an die ersten Kapitel der Bibel). Die frühe mittelalterliche Genealogie war vor allem eine Geschichte der Stammreihen des Hochadels. Der Adel insgesamt brauchte den Nachweis der Abstammung, um Besitzansprüche geltend zu machen oder die Qualifikation für bestimmte Ämter nachzuweisen.

Erst an der Wende zur Neuzeit begannen auch wohlhabende bürgerliche Geschlechter damit, ihre Ahnen aufzuschreiben. Die Zünfte verlangten von jedem Auswärtigen, der ein Handwerk in der Stadt erlernen oder ausüben wollte, einen Geburtsbrief. Mit dem Verein Der Herold (http://herold.genealogy.net/) entstanden 1869 in Berlin und mit "Der Adler" 1870 in Wien die ersten genealogischen Vereine (http://vereine.genealogy.net/) für Heraldik und Genealogie. 1902 wurde "Der Roland" in Dresden als erster bürgerlicher Verein der Welt gegründet.

Parallel dazu entwickelte sich die Abstammungsbewertung in der Tierzucht. Seit dem 18. Jahrhundert werden Stammbücher zum Beispiel auch für Rennpferde geführt, später gefolgt von den Herdbüchern zahlreicher Nutztier-Rassen.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann die eigentliche Entwicklung der Genealogie in Breite und Tiefe. Die "Gothaischen Genealogischen Taschenbücher" ("Almanach de Gotha"), die ursprünglich schon seit 1765 als Hofkalender in Gotha erschienen und ab September 1785 (bis 1944) vom Verlag Justus Perthes in Gotha herausgegeben wurden, öffneten sich nunmehr auch für bürgerliche Familien und gaben deren Herkunft an, zum Teil aus bäuerlicher und anderer Wurzel. 1904 wurde in Leipzig die Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte gegründet. 1913 erschien das "Handbuch der praktischen Genealogie". In dieser Pionierzeit war die junge Genealogie von zukunftsweisenden und interdisziplinär denkenden Persönlichkeiten geprägt, die die Genealogie in den Dienst der Sozialwissenschaft stellen wollten. In der weitgehend auf Laienforschung beruhenden Genealogie blieb jedoch die Resonanz auf diese Anregungen gering. In den zwanziger Jahren begann der Anthropologe Walter Scheidt mit seinen Mitarbeitern, Kirchenbücher populationsgenetisch auszuwerten, wozu er die Mitarbeit von Genealogen suchte. Von mehreren Pfarrern angeregt, begann parallel dazu, unter dem Stichwort Volksgenealogie eine Arbeitsrichtung zu entstehen, die nicht mehr nur die Genealogie der begüterten Schichten im Auge hatte, sondern der gesamten Bevölkerung. Bereits vor 1933 gab es im deutschen Sprachraum eine große Zahl regionaler genealogischer Vereine und Zeitschriften. In ihren Vorträgen und Publikationen war eine Naivität in Bezug auf Schlagworte wie Vererbung, Rasse und Heimat verbreitet.

Ab 1933 versuchte die nationalsozialistische Politik zielstrebig, die genealogischen Vereine gleichzuschalten, und die Genealogie wurde in den Dienst der Blut- und Bodenideologie gestellt. Das Berufsbeamtengesetz verlangte den Nachweis der so genannten arischen Abstammung (zum Beispiel durch den Ahnenpass), und die Genealogie wurde zur Sippenforschung. 1939 lief in 3000 Gemeinden die Arbeit an Dorfsippenbüchern. - 1934 wurde in München das Kaiser-Wilhelm-Institut für Genealogie und Demografie gegründet, in dem eine Reihe Arbeiten über die Erbgänge psychischer Erkrankungen, aber auch die Genealogie von Hochbegabungen fertiggestellt wurden.

Karl Förster (1873-1931) hatte die Notwendigkeit erkannt, die genealogische Laienforschung besser zu organisieren und Daten für Forschungszwecke zentral zu sammeln. Bereits 1921 hatte er den Ahnenlistenumlauf gegründet, dessen Daten in die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes eingearbeitet wurden. Diese sachlichen Leistungen konnten nicht verhindern, dass die Genealogie (der Volksmund sprach eigentlich nur von Ahnenforschung zum Zwecke des Ariernachweises) in zunehmenden Maße als eine Begleiterscheinung des Dritten Reiches angesehen wurde. Das hatte die katastrophale Folge, dass 1945 fast die gesamte organisatorische Basis der Genealogie aufgelöst wurde.

Hatte bis dahin die Entwicklung der sachlichen Bezüge der Genealogie zur Bevölkerungsgeschichte, zur Wirtschaftsgeschichte und zur Sozialgeschichte im deutschen Sprachraum einen zeitlichen Vorsprung, so gingen nach 1945 neue Anstöße von Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien und den USA aus, wo sich die Familiengeschichtsforschung in den letzten Jahrzehnten zu einer weit verbreiteten Freizeitbetätigung entwickelt hat. Die Genealogische Gesellschaft von Utah übernahm bei der Anwendung des Computers in der Genealogie international eine organisatorische Führungs- und Spitzenrolle. Um 1950 hatten die Genealogen in Deutschland und Österreich begonnen, alte Vereine, Verlage und Zeitschriften aus der Zeit vor 1933 zu reaktivieren oder neue zu gründen. 1969 durfte auch in der DDR in Magdeburg eine erste Arbeitsgemeinschaft Genealogie gegründet werden.

Obwohl seit 1929 "Internationale Kongresse für Genealogie" stattfinden, hat es der betont regionale und nationalsprachliche Charakter der Quellen bisher verhindert, dass es zur Entwicklung einer international und theoretisch umfassenden Genealogie gekommen ist. Zweifellos hat aber die Entwicklung der genealogischen Computerprogramme einen mehr und mehr internationalen Charakter.

Mit dem Boom des Internets hat parallel auch die Genealogie einen enormen Aufschwung genommen. Durch das Medium Internet können weltweite Kontakte zwischen Forschern schnell und kostengünstig hergestellt werden. In genealogischen Datenbanken im Internet sind heute viele Millionen erforschter Ahnentafeln und Stammbäume zu finden. Bei einem Teil der Genealogen hat sich dadurch die Meinung verbreitet, diese Arbeitsweise sei die Genealogie an sich; und es wird vergessen, dass nur durch gründliche Arbeit an den Quellen derartige Datenbanken entstehen und weiter ausgebaut werden.
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Organisationsformen

Im deutschen Sprachraum gibt es etwa 100, zumeist auf geographische Regionen spezialisierte, genealogische Vereine, von denen die Mehrzahl dem im Jahre 1949 gegründeten Dachverband 'Deutsche Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e.V. (http://dagv.genealogy.net/) (DAGV)' angehören, der in der Nachfolge der Arbeitsgemeinschaft deutscher familien- und wappenkundlicher Vereine steht, die 1924 gegründet worden war.

Zu den größten und aktivsten regionalen genealogischen Vereinen zählen unter anderem:
Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde e.V. (WGfF), > 2065 Mitglieder
Verein für Familien- und Wappenkunde in Württemberg und Baden e.V. (http://vfwkwb.genealogy.net) (VFWKWB), 1331 Mitglieder
Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V. (http://amf.genealogy.net/) (AMF), > 800 Mitglieder
Hessische familiengeschichtliche Vereinigung e.V. (http://hfv.genealogy.net/) (HFV), > 900 Mitglieder
Bayerischer Landesverein für Familienkunde e.V. (http://blf.genealogy.net/) (BLF), > 800 Mitglieder
Genealogische Gesellschaft Hamburg e.V. (http://gghh.genealogy.net/) (GGHH), > 600 Mitglieder
Genealogisch-Heraldische Gesellschaft der Regio Basel (http://www.ghgrb.ch/)
Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler" in Wien (http://www.adler-wien.org)
Mehrere Vereine sind für die Regionen zuständig, die bis ins 20. Jahrhundert zum deutschen Sprachraum gehörten, darunter:
Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. (http://vffow.genealogy.net) (VFFOW), > 1000 Mitglieder
Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V. (http://agoff.genealogy.net) (AGoFF), > 900 Mitglieder
Arbeitskreis für siebenbürgische Landeskunde (http://www.siebenbuergische-familienforschung.de/) (AKSL)
Vereinigung sudetendeutscher Familienforscher (http://www.genealogienetz.de/vereine/VSFF/vsff-de.html) (VSFF)
Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher (http://akdff.genealogy.net) (AKdFF)
Weitere regionale und lokale genealogische Vereine und Institutionen sind zu finden unter http://vereine.genealogy.net/.
Andere Vereine widmen sich den Nachkommen von Flüchtlingen, die wegen religiöser Verfolgungen nach Deutschland gekommen sind, beispielsweise:
Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V. (http://www.hugenotten.de/)
Salzburger Verein e.V. (http://home.t-online.de/home/salzburger/)
Es gibt auch Vereine im Ausland, deren Mitglieder nach ihren Vorfahren in Deutschland forschen, zum Beispiel:
Werkgroep Genealogisch Onderzoek Duitsland
Für überregionale Interessen von allgemeiner Bedeutung ist zuständig:
Verein für Computergenealogie (http://compgen.genealogy.net/) (CompGen), > 2250 Mitglieder

Die Genealogen treten oft Vereinen in den Regionen bei, aus denen ihre Vorfahren stammen. Wohnen sie selbst heute in einem anderen Gebiet, so sind sie meist Mitglied im genealogischen Verein oder Heimatverein ihres Wohnortes und in dem Verein, der für die Heimat ihrer Vorfahren zuständig ist.

Darüber hinaus gibt es auch Familienverbände und Vereine, in denen die Nachkommen einer bestimmten Person, die Träger eines Familiennamens oder zueinander in einer bestimmten Verwandtschaftsbeziehung stehende Personen organisiert sind, wie beispielsweise im:
Adam-Ries-Bund e.V. Nachkommen des Rechenmeisters Adam Ries (http://www.adam-ries-bund.de/)
Lutheridenvereinigung e.V. Nachkommen von Martin Luther (http://www.lutheriden.de/)
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Quellen

Mitteleuropa gehört zu den Regionen der Welt, in denen seit dem 16. Jahrhundert in Form der Kirchenbücher und der Gerichtshandelsbücher, seit Ende des 18. Jahrhunderts auch in Form der Personenstandsbücher, geeignete Quellen für die Familiengeschichtsforschung vorhanden sind, in denen die Hauptlebensdaten für jede Person nachgewiesen werden können, sofern die entsprechenden Quellen nicht vernichtet worden sind.

Weitere wichtige Quellengruppen der Genealogie, die aber nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen, oft nur der sozialen Oberschicht bzw. des Besitz- und Bildungsbürgertums, vorhanden sind, sind zum Beispiel Bürgerbücher, Leichenpredigten bzw. Personalschriften, Universitätsmatrikel, Pfarrerverzeichnisse, Testamente und andere Akten, aus denen die verwandtschaftliche Stellung der Personen zueinander oder wenigstens - damit sich der Tote Punkt der Nachforschungen überwinden lässt - ihr Heimatort erkennbar ist, wie beispielsweise die Passagierlisten der Auswandererschiffe aus dem 19. und 20. Jahrhundert und die Musterungslisten.

Eine weitere Quellengruppe sind Listen und Akten, die die Existenz von Personen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit nachweisen und ihre soziale Stellung, wie zum Beispiel Steuerlisten und Adressbücher.

Auf der Grundlage der bereits genannten und weiterer primärer Quellen sind dann Karteien, Dateien und Bücher erarbeitet worden, die selbst wiederum als sekundäre Quellen dienen. Zu dieser Quellengruppe gehören die Ortsfamilienbücher, Häuserbücher, Güterchroniken und Dienerbücher, aber auch die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes.
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Archive

Die Kirchenbücher befinden sich in den Pfarrarchiven der jeweiligen Kirchgemeinde und Glaubensgemeinschaft. In einigen Territorien sind die Originale der Kirchenbücher oder ihre Kopien und Verfilmungen in zentralen Archiven konzentriert und dort für die Benutzung zugänglich. Diese zentralen Archive können kirchliche oder staatliche Archive sein, im zuständigen Bistum, wie beispielsweise in Münster, im zuständigen Landeskirchenarchiv, wie zum Beispiel in Kassel, oder auf Grund einer Vereinbarung mit der Kirche im Landesarchiv, wie beispielsweise in Innsbruck für Tirol, in den Archiven der Schweizer Kantone und im Elsass. Die jeweilige Zuständigkeit und den Lagerungsort gilt es in jedem Falle zu ermitteln.
Die Gerichtshandelsbücher und andere wichtige Quellen findet man in den zuständigen Staatsarchiven, weitere Quellengruppen in den Stadtarchiven. Seit 1875 gibt es in Deutschland Standesämter, in denen die Personenstandsregister geführt werden.

Die Erforschung der Ahnen hat bei der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen") eine wichtige religiöse Bedeutung. Deshalb archiviert die Genealogische Gesellschaft von Utah Kirchenbücher und andere genealogisch wichtige Dokumente auf Mikrofilm. Diese Kirchenbuch-Filme können in vielen Familien-Genealogischen Zentren auf der ganzen Welt auch von Nichtmitgliedern eingesehen werden.
Zahlreiche Kirchenbuchverfilmungen, vor allem auch aus den früheren deutschen Ostgebieten, findet man auch in der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig.
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Wissenschaftliche Arbeitsweise und Bedeutung

Da wissenschaftliche Forschungen bei vielen Fragen der Repräsentativität bedarf, galten genealogische Quellen lange Zeit als ungeeignet. In den Arbeiten von Jacques Dupaquier zur Sozialgeschichte Frankreichs und von Volkmar Weiss zur Sozialgeschichte Sachsens wurden jedoch repräsentative Stichproben erhoben, wobei sich Dupaquier auf Stammlisten stützte und Weiss hunderte von bereits veröffentlichten Ahnenlisten als Datengrundlage hatte.
Wissenschaftlichkeit der Arbeitsmethoden bedeutet auch für die Genealogen die Objektivität der Forschung, unabhängig von der Person, die sie betreibt. D.h., dass Abstammungen nur dann als belegt gelten können, wenn andere Forscher, die von den vorhandenen Quellen ausgehen, zu denselben Ergebnissen gelangen müssen. Bestehen Zweifel und Unsicherheiten, so sind diese in den Ahnenlisten usw. als solche zu kennzeichnen. Errechnete Werte oder bloße Vermutungen müssen als solche erkennbar sein.

Auch etablierte akademische Disziplinen besitzen in der Regel keine ständigen Kontrollgremien, sondern setzen das Streben nach Wahrhaftigkeit aller Forscher voraus. Das Kriterium, das den Forscher vom Phantasten (etwa beim unbekannten Vater für ein uneheliches Kind) oder gar Betrüger trennt, ist die Wiederholbarkeit des Abstammungsnachweises durch andere Forscher. Sorgfältigeres Arbeiten, etwa durch die Einbeziehung neuer, bisher unbekannter Quellen und Methoden (siehe auch Vaterschaftsgutachten) kann dabei in Einzelfällen durchaus zu Revisionen bisher als ausreichend belegt geltender Abstammung führen.

Zwischen der Begriffsgeschichte und der Genealogie besteht eine gegenseitige Beziehung, die bisher wenig beachtet wurde. Denn Sprache und Begriffe sind in Raum und Zeit veränderlich, über die sich genealogische Forschungen erstrecken. Familiennamen, Ortsnamen, Flurnamen, Berufsbezeichnungen, Verwandtschaftsbezeichnungen, Rechtsbegriffe und volkskundlich wichtige Begriffe - einschließlich der Formeln, mit denen die Pfarrer vorehelichen Geschlechtsverkehr und uneheliche Geburt brandmarkten - sind in guten Ahnenlisten zu Tausenden enthalten. Kartiert man zum Beispiel aus hunderten solcher Listen die Bezeichnungen der Berufe, Jahrzehnt für Jahrzehnt getrennt, dann lässt sich die regionale Verbreitung, etwa für die Bezeichnung von Bauern und der Begriffswandel belegen, was wiederum die Voraussetzung für richtige Zuordnungen der Sozialgeschichte ist.

Der Genealoge kann dazu beitragen, die Aussagekraft seiner Arbeiten zu erhöhen, indem er Angaben zu verschiedenen Schreibweisen von Familiennamen und zu Berufen usw. in seinen Arbeiten quellengetreu wiedergibt und nicht modernisiert oder zu stark generalisiert. Dazu gehört etwas heimatgeschichtliche Erfahrung und Fingerspitzengefühl: "Bäcker" oder "Becker" zu unterscheiden, ist fast bedeutungslos, "Fleischer" von "Fleischhauer" aber sprach- und begriffsgeschichtlich bedeutsam und die Grenze zwischen "Wagner" und "Stellmacher" trennt sogar Mundarten-Räume.
Familienbeziehungen können mit Hilfe von Genogrammen veranschaulicht werden.
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Genealogie und Genetik

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war von der naiven Vorstellung geprägt, dass mit genealogischen Daten ein direkter Beitrag zu leisten wäre, die Vererbung zahlreicher Merkmale zu klären. Man nahm einfach vorgegebene sprachliche Ganzheiten für psychische Variable, etwa "Ehrgeiz" und "Gutgläubigkeit", so wie man "blondes Haar" und "blaue Augen" nahm, und untersuchte den Erbgang von Ehrgeiz und Gutgläubigkeit. Es kam dabei wenig heraus. Dennoch leistete die Genealogie einen wichtigen Beitrag: Die erste Beobachtung, die zu der Vermutung führt, dass überhaupt Vererbung vorliegen kann, ist immer die, dass das Merkmal (bzw. ein bestimmter Ausprägungsgrad einer Variablen) beim Probanden und seinen Verwandten gegenüber der Normalbevölkerung (Grundgesamtheit) relativ gehäuft auftritt. Diese prozentualen Anteile festzustellen (in der Medizinischen Genetik spricht man von der Belastungsziffer), dazu ist die genealogische Methode oft in der Lage. Schon 1869 hatte Francis Galton auf diese Weise festgestellt, dass bei 100 Männern mit Spitzenleistungen auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Gebiet 26 der Väter, 47% der Brüder, 60% Söhne, 14% der Großväter, 16% der Onkel, 23% der Neffen, 14% der Enkel 5% der Onkel der Eltern, 16% der Cousins und 7% der Urenkel Leistungen auf sehr hohem Niveau erbracht haben. 0bwohl dieses Ergebnis im vorigen Jahrhundert mehrfach mit neuen Untersuchungen bestätigt worden ist, lässt sich damit die grundsätzliche Frage, welchen Anteil Elternhaus und Erziehung und welchen die Vererbung am Zustandekommen solcher Zahlen haben, nicht klären. Nur ein Teil der Merkmale (wie etwa die Bluterkrankheit) folgt einem auch genealogisch nachvollziehbaren Erbgang. Bei vielen komplexen Sachverhalten hat es sich als schwierig oder bisher unmöglich erwiesen, einzelne Genwirkungen zu erkennen.

Mit der Entzifferung des genetischen Codes, auch beim Menschen, haben sich die Aussichten auf Erfolge jedoch grundlegend verbessert. Zweifelhafte Abstammungen können durch DNA-Analyse und Vaterschaftsgutachten eindeutig geklärt werden. Die genealogischen Zusammenhänge ganzer Bevölkerungen, z.B. von Island, werden dazu herangezogen, noch ungeklärte Fragestellungen der Humangenetik zu beantworten.
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Heimatgeschichte und Genealogie

Fast jeder Genealoge ist nicht nur Kenner der Heimatgeschichte bestimmter Gebiete, sondern trägt aktiv zur Erarbeitung eines außerordentlich lebendigen Geschichtsbildes und damit zur Aneignung des historischen Erbe bei. Fast in jeder Ahnenliste häufen sich die Ahnen im 16. bis 18. Jahrhundert in bestimmten Gemeinden, ja stellen in manchen Dörfern einen beträchtlichen Prozentsatz der Einwohnerschaft. Für die Einordnung und Bewertung der Berufe, der Kaufpreise der Güter und Häuser oder der landschaftsgebundenen Begriffe wird damit ein heimatgeschichtliches Grundwissen unentbehrlich. In vielen Fällen ist die bereits vorhandene heimatgeschichtliche Literatur (zum Beispiel Chroniken; Beilagen in Tageszeitungen; Reihe Werte unserer deutschen Heimat) selbst eine wertvolle genealogische Quelle, in anderen Orten bearbeitet der Genealoge ein Ortsfamilienbuch oder verfasst die Ortschronik und heimatgeschichtliche Beiträge und Lebensbilder. Heimatgeschichte, angefüllt mit Genealogie und damit mit dem persönlichen Bezug zur Gegenwart, ist keine abstrakte Geschichte mehr, sondern angefüllt mit wirklichen Personen, Ereignissen, Daten, Häusern und dem gesamten Spektrum der Lebensumstände der Vergangenheit mit ihren sozialen Konflikten und Kämpfen.
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Sicherstellung genealogischer Ergebnisse

Die Sicherung verlangt die dauerhafte, der öffentlichen Benutzung zugängliche, Aufbewahrung von Forschungsergebnissen. Beim derzeitigen Stand der Technik (und voraussichtlich auch noch mindestens in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten) ist das nicht die Speicherung in elektronischer Form, wie zahlreiche Genealogen inzwischen irrtümlicherweise annehmen dürften, sondern der Ausdruck auf gutem Papier. Alle derzeit üblichen Speichermedien (Diskette, CD, DVD usw.) haben nur eine Haltbarkeit von wenigen oder einigen Jahren, ebenso die Geräte und Programme zum Lesen dieser Datenträger. Das gleiche gilt für elektronische Datenbanken, für die eine regelmäßige Umspeicherung notwendig ist, die in Zeiten von Krisen, Krieg und Geldnot auf lange Dauer von niemandem zum jeweils notwendigen Zeitpunkt garantiert werden kann. Gute Papierausdrucke dagegen können auch noch in 100 Jahren gelesen und bei Bedarf wieder eingescannt werden.

Von allen im 20. Jahrhundert von Genealogen erarbeiteten Materialien (Ahnenlisten, Kirchenbuchverkartungen usw.) dürfte die Hälfte inzwischen wieder vernichtet und verloren sein. Beim gegenwärtigen Stand des rechnergestützten Druckes und der jedermann zugänglichen Kopiertechnik sollte das heute kein Problem mehr sein. Tatsächlich dürfte sich aber der Anteil der dauerhaft gesicherten Ergebnisse derzeit eher verringern, statt erhöhen, da den Genealogen die Vergänglichkeit der gegenwärtigen elektronischen Speicher nicht ausreichend bewusst ist.

Wenn keine Drucklegung der Arbeit in einer Zeitschrift oder Buchreihe sinnvoll oder möglich ist, sollten von jeder genealogischen Arbeit mindestens ein halbes Dutzend Ausdrucke bzw. Kopien des Originals angefertigt werden. Zwei davon soll und muss die Deutsche Bibliothek (die für derartige Einsendungen auch Geldmittel zur teilweisen Kostenerstattung zur Verfügung hat) erhalten, ein Exemplar gehört in die zuständige Landesbibliothek des jeweiligen Bundeslandes, eines in die Deutsche Zentralstelle für Genealogie in Leipzig, weitere Exemplare in das regional zuständige Staatsarchiv, das zuständige Pfarramt (bei einem Ortsfamilienbuch) und in mindestens eine wichtige regionale Wissenschaftliche Bibliothek und ein Stadtarchiv. Auf dem Titelblatt sollte rechts oben dieser Verteilungsschlüssel der Standorte angegeben werden. Werden derartige, nicht im Buchhandel erhältliche Arbeiten zitiert, dann sollte stets der Standort angegeben werden.

Im Nachlass sollten geeignete (d.h. geordnete und mit Quellenverzeichnis versehene) Materialien durch klare, zu Lebzeiten getroffene, schriftliche Festlegungen an Archive, Museen oder Bibliotheken übergeben werden. Nach allen Erfahrungen gehen im privaten Besitz (bei den leiblichen Erben) verbliebene Materialien der öffentlichen Benutzung und damit der weiteren Forschung häufig völlig verloren. Auch Karteien, selbst wenn sie in Archive gelangen, sind als Unikate nicht gegen Unordnung und Diebstahl einzelner Karten gesichert. Ihre Benutzung ist an einen einzigen Standort gebunden und damit erschwert. Auch hierfür ist ein zusammenhängendes Manuskript mit mehreren Ausdrucken die sicherste Lösung. Nur auf diese Weise wird die immense Arbeit für die weitere Forschung nutzbar. Karteien, die als ungeordneter Nachlass in irgendein Archiv gelangen, bleiben erfahrungsgemäß oft für Jahrzehnte unauffindbar und praktisch verloren.

Sicherstellung heißt nicht nur Aufbewahrung, sondern vor allem auch Gewährleistung der weiteren öffentlichen Benutzung, die ja für den Genealogen auch die Voraussetzung seiner eigenen Arbeit war.
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Bedeutende Genealogen

Johann Christoph Gatterer
Stephan Kekulé von Stradonitz
Johannes Hohlfeld
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Literatur

Max Erben: Das geheimnisvolle Foto. Eine Einführung in Familienkunde für Jugendliche. Limburg/Lahn: C. A. Starke 1992 (= Grundriß der Genealogie 10). ISBN 3-7980-0364-5
Wolfgang Ribbe und Eckart Henning: Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung. 12. Auflage. Neustadt/Aisch: Degener 2001. ISBN 3-7686-1062-4
Joachim Wolters: Familien- und Stammbaumforschung leicht gemacht, ISBN 3-442-13677-6
Zur Stellung der Genealogie in der wissenschaftlichen Forschung. Herold-Studien 6 (2003) 91-100 [1] (http://www.volkmar-weiss.de/herold.html).
Verein für Computergenealogie (Hrsg.): Ahnenforschung - auf den Spuren der Vorfahren - Ein Ratgeber für Anfänger und Fortgeschrittene (http://wiki.genealogy.net/index.php/Sonderheft), ISBN 3-9808739-4-3
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Siehe auch

Genealoge, Computergenealogie, Kekulé-Zahlen, Batch-Nummer, Gründerfamilie, Heiratskreis, Inzucht, Wappen, Heraldik, Genealogische Zeichen, Personensuche, Phonetisches Alphabet, Sonderberuf, Prosopografie, Liste der Geschlechter, WikiProjekt Namensforschung, Verwandtschaftsbeziehung
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Weblinks

Der deutsche Genealogie-Server (http://www.genealogy.net/)
Familienforschung im Internetverzeichnis von ch.dmoz.org (http://ch.dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Familienforschung/)
Schweizer Genealogie Forschung (http://www.swissgenealogie.ch)
Linkverzeichnis Ahnenforschung.net (http://www.ahnenforschung.net/)
Linkkatalog für Ahnenforscher (http://ahnenforschungen.de/genlink/)
Das genealogy.net-Wiki (http://wiki.genealogy.net)
"Ahnenforschung in Polen. (http://www.unsere-ahnen.de/)" Mehr als 100 Detailkarten mit Namen und Daten von Ahnenforschern. Abschriften aus Gemeindelexikon von 1905 sowie Karten der Landkreise in der ehemaligen Provinz Posen.
Eine Hilfe bei der Suche nach Vorfahren bietet auch das Freeware-Programm "Ahnensuche (http://www.steffen-sobe.de/af2/download/ahnensuche.shtml)". Es durchsucht verschiedene Datenbanken im Internet nach Personen und verwaltet die Suchergebnisse.
"FamilySearch.org" (http://www.familysearch.org) englisch; Online-Suche in genealogischen Datenkatalogen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Genealogische Datenbank „Roglo“ (http://geneweb.inria.fr/roglo?lang=de;) enthält genealogische Informationen über momentan (April 2005) 970.000 Personen (europäischer Adel und Personen der Zeitgeschichte)
"Adamio.com" (http://www.adamio.com) deutsch; Kostenloses Erstellen eines Familien-Stammbaumes und Suche nach Vorfahren

Mehr dazu unter Wikipedia


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